Ozontherapie

Ozon ist die 3-atomige Modifikation des molekularen Sauerstoffs. In seinem Hauptanwendungs- und Einsatzbereich kommen nur hochverdünnte Ozonlösungen im Gaszustand zum Einsatz, einmal für die Trinkwasseraufbereitung Ozonluftgemische, für den medizinischen Einsatz Ozon-Sauerstoffgemische.

Prinzipiell liegen der Ozonbildung 2 Prozesse zugrunde:

1. Die Spaltung des Sauerstoffmoleküls in 2 Sauerstoffatome im angeregten Zustand und

2. Die Reaktion zwischen Sauerstoffatomen und Sauerstoffmolekülen

In allen Prozessen, die die Dissoziationsenergie von Sauerstoff aufbringen, kann also prinzipiell Ozon erzeugt werden. In der Natur geschieht dies photochemisch durch die Einwirkung der UV Strahlung im Wellenlängenbereich von <200 nm. In der Technik bzw. Medizin bedient man sich der stillen elektrischen Entladung mit entsprechenden Ozongeneratoren.

Medizinisch gelangt Ozon in den verschiedenen Applikationsformen je nach Indikation zur Anwendung.

1. Die systemische Applikation in Form einer großen oder kleinen Eigenblutbehandlung bei arteriellen Durchblutungsstörungen, Infektionen, Immunaktivierungen, Additiertherapie bei Ca Patienten, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, unspezifische Immunaktivierung.

2. Die topische Applikation in Form von Begasung oder Ozonwasser bei Ulcera cruris, Dermatosen, Decubitus, diabetischer Gangrän, frischen Verletzungen, Entzündungen im zahnmedizinischen Bereich, bei Proktitis und Colitis.

An biochemischen Reaktionen können nach parenteraler Ozontherapie folgende Prozesse verstärkt beobachtet werden:

Beiinflussung des Zellstoffwechsels über das Glutathion- und andere enzymatische Redoxsysteme.

Stimulierung der mitochondrialen Atmungskette,

Zytocrom p 450 u.a.

Erhöhung der Glukolyserate in der Erythrozyten Enzyminduktion,

Induktion von Antioxydantien.

Veränderung der Zellmembranen durch Peroxidbildung.

Diese biochemischen Wirkungen führen dann physiologischerseits zu einer Veränderung der rheologischen Eigenschaften des Blutes, zur Vergrösserung der arterio-venösen Sauerstoffdifferenz, der mikrobiziden Wirkung, Aktivierung des Erythrozytenstoffwechsels, Immunaktivierung.

Auf diesen Grundlagen lassen sich zumindest teilweise die positiven Auswirkungen der Ozontherapie in Form der extrakorporalen Blutbehandlung bei arteriellen Durchblutungsstörungen erklären. Die Wirkung des Ozons auf immunkompetente Zellen sind ebenfalls Bausteine im Erklärungsmuster einer wirksamen Ozontherapie bei den Indikationen:

Infektionen, virusbedingte Erkrankungen und Geriatrie.

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